Aus gegebenem Anlass hab ich mir mal Gedanken gemacht, ob das eigentlich so gut ist, dass wirklich jeder im Internet seine Meinung kundgeben darf und das natürlich auch tut.
Vorneweg: ich weiß selbst, dass ich so ein ich-hab-ne-Meinung-die-hau-ich-dir-jetzt-um-die-Ohren-Nazi bin. Aber meistens liegen die Gründe im Selbstbelustigungsbereich und dient eher der Provokation als der eigenen Befriedigung durch Meinung äußern. Das soll natürlich keine Entschuldigung dafür sein und wie es die Vergangenheit gezeigt hat, besitzt nicht jeder den Humor damit umzugehen oder darüber hinweg zu sehen. Das weiß ich, ist mir ziemlich bewusst, aber solange ich damit niemanden verletze und die meisten wissen, wie sie es mit mir nehmen müssen, find ich das eigentlich relativ ok.
Nun hat man ja gesehen, dass ich anlässlich des tragischen Todes von Robert Enke die Infos von Wikipedia und Sport1.de im Grunde nur recycelt habe. Ich werde extra keine Gründe für dieses Vorgehen nennen, am Ende wirkt es ja doch nur wie eine einfache Rechtfertigung. Es sei lediglich gesagt, dass es sie gibt.
Erstaunlicherweise hat es aber nur wenige Minuten gebraucht, bis eine Reaktion dazu kam. Den Inhalt kann auch jeder verfolgen, steht ja überall da.
Wenn ich nun mal so zurück denke an die wenigen Momente, in denen ich auch mal tatsächlich zu Artikeln die Kommentare lese, gibt es da nur drei Arten: die einen, die den Kopf gaaaaaaanz weit in den Hintern des Autors schieben und – um es pauschalisierend auszudrücken – O-Ton schreiben „ja, dass seh ich genauso“ und „oh ja, du hast so Recht“. Die zweite Art ist die des völligen kritisieren, aber meist nicht inhaltlich sondern viel mehr geht es um die Art und Weise des Schreibens oder der Recherche (und an dieser Stelle sei gesagt: ihr seid alle toll, schreibt die besten Artikel und überhaupt sollte sich jeder Journalist und jeder Blogger gefälligst im Keller einsperren, der sich nicht eine Scheibe von euch abschneidet). Und dann gibt es noch die dritte Art, eher „weniger“ verbreitet, die irgendwas schreiben, Hauptsache es bezieht sich kein Stück auf den Inhalt des Beitrages.
Was ich allerdings noch nie gesehen habe, waren Ratschläge von erfahrenen Bloggern oder einfach positives Feedback. Das soll nun kein unterschwelliges Betteln sein, um Gottes Willen, aber wie einfach ist es, sich hinzustellen und von oben herab zu palavern, statt einfach mal nachzudenken und sich zu sagen: „hey, da bloggt jemand, das an sich ist schon nobel genug, wenigstens einer mehr, der seine freizeit nicht mit irgendwelchem schnullidulli verschwendet“
Vermutlich ist das aber ein gesellschaftliches Problem: kritisieren und jammern statt unterstützen und helfen. Klingt irgendwie typisch deutsch oder?
Was mich aber eigentlich stört: ich sehe viel zu selten mal Kommentare, die ausdrücken, dass jemand zum denken angeregt wurde oder jemand seine Meinung äußert, die sich vom Beitrag differenziert, ohne den Autor oder den Inhalt als ahnungslos bzw. völlig falsch darzustellen.
Scheinbar geht es nur noch darum, seinen Standpunkt zu etablieren und den anderen im gleichen Atemzug zu eliminieren. Und sei es nur durch bloßes diffamieren des Beitrages ohne konkreten Bezug. Da
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