Online-Medien schneller als Blogger
Wer sich ein wenig mit der Materie des Blogschreibens auseinander gesetzt hat, vor allem wenn es darum geht, nicht nur über sich selbst zu schreiben, wird sich unweigerlich auch mit dem Thema "Journalismus vs. Blogs" konfrontiert gesehen haben. Wie so oft kann man sich dieser öffentlich geführten Diskussion nicht entziehen und leider kommt es viel zu kurz, dass eine Co-Existenz durchaus möglich wäre. Schwarz-Weiß-Denken scheint dann doch in dieser Sache "spannender".
Eine Studie hat nun gezeigt, dass klassische Online-Medien, die aus berfulicher Perspektive Nachrichten schreiben und verbreiten rund 2,5 Stunden schneller sind als Blogger. Dem gegenüber steht aber, dass sich Blogs wesentlich länger mit einer Nachricht beschäftigen, wo hingegen das Interesse der Medien (vielleicht sogar aufgrund des Aktualitätenzwanges) sehr viel schneller abflacht.
Die Studie der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) wertete dabei ca. 90 Mio. Artikel aus .
Besonders was die Schnelligkeit angeht verwundert mich das Ergebnis nicht. Schon allein die Arbeitsweise von Nachrichtenagenturen, die gezielt Reporter in die weite Welt entsenden, lässt den logischen Schluss ziehen, dass sie schneller sind. Blogger greifen hingegen bestehende Nachrichten aus dem Netz auf und verbreiten sie so (vielleicht sogar mit persönlicher Note). Positiv find ich zudem die Nachhaltigkeit. Als aktuelles Thema denk ich dabei in erster Linie an "Zensursula".
In den gängigen Nachrichten, egal ob TV, Print, Radio oder News-Portale, liest man doch kaum noch was über das Thema, schon gar nicht, wenn man nicht mehr gezielt danach sucht. Ich kann aber sofort 3-4 Blogs aufzählen, die sich nach wie vor mit der Problematik (und so sollte man das auch wirklich benennen) auseinandersetzen.
Warum also wird die Co-Existenz nicht weiter ins Rampenlicht gerückt? Die Medien liefern die neuesten Nachrichten schnell und mit verlässlichen Quellen, Blogger verarbeitetn die News, halten den Fokus auch auf Themen, die nicht mehr all zu aktuell sind und zusammen mit den Lesern bilden sie das Sprachrohr der Internetgemeinde. Es könnte so einfach sein, mit der richtigen Kommunikation …































Schrempfy
"Die Medien liefern die neuesten Nachrichten schnell und mit verlässlichen Quellen, …"
Was sind denn verlässliche Quellen? Meistens geben die Massenmedien nicht einmal Quellen an. Die Schlussfolgerung daraus ist dass sie es selbst erfahren haben. Komisch ist nur, dass nach einem gewissen Alter der Nachrichten auf jedem Kanal dieselben Bilder zu sehen sind.
Das liegt daran dass Reporter ihre Bilder ans Fernsehen verkaufen.
Dennoch: die Massenmedien berichten meiner Meinung nach nicht mehr über Nachrichten. Ein Autounfall auf der A7 ist zwar tragisch, aber muss man das Wissen?! Eindeutig zuviel Sensationsjournalismus.
Dazu bekommt man kaum positive Nachrichten geliefert. Kein Wunder, schlechte Nachrichten verkaufen sich einfach besser und bringen die Menschen dazu einzustimmen.
Jetzt kommt das Argument mit den öffentlichen Rechtlichen. Super Sache, aber kann man Sendern trauen die sogar offen zugeben dass sie Beiträge zensiert und zusammenschneidet wie es ihnen passt, obwohl in ihren Richtlinien genau vom Gegenteil die Rede ist? Aus aktuellem Anlass wird das in diesem, etwas äteren, Video nochmal ganz gut zur Show gestellt: http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak
Gruß,
Schrempfy
ppc1337
Twitter: ppc1337
Nun,
die "verlässlichen" Quellen würde ich einfach als Reporter und Informanten vor Ort bezeichnen, eben Leute, die bei dem Geschehen dabei oder zumindest kurz danach an dem Ort sind. Quasi die, die die Nachrichten nach dem Ereignis machen. Genau das können Blogger ja nur bedingt machen, allein schon aus finanzieller Sicht.
Was den Punkt mit den verkauften Nachrichten angeht: das stimmt. In diesem Sinne verhalten sich die Reporter nicht anders als Blogger oder eben Blogger nicht anders als Reporter. Das mag vielleicht auch wieder mt Finanzen und Aufwand zusammenhängen. Dann lieber eine große Agentur reportern und forschen lassen (als Beispiel die dpa) und dann darauf zurückgreifen. Allerdings müsste man sich hier einfach mal genauer mit der Arbeit als Reporter an sich beschäftigen, das hier sind ja mehr oder weniger nur Vermutungen.
Und natürlich berichten sie hauptsächlich über negative Schlagzeilen. Angst macht die Bevölkerung vermutlich leichter formbar und gefügig. Vielleicht sind verängstigte Leute auch einfach leichtgläubiger. Wie die Ärzte so schön singe: die Bildzeitung besteht aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht.
Über die öffentlichen will ich mich gar nicht auslassen, das einzig positive, was ich denen in den letzten Jahren abgewinnen konnte, war der Film nach 22 Uhr auf ZDF. Allerdings auch nur zur leichten Berieselung und weil keine nervenden Werbespots unterbrechen. Viel mehr positive Aspekte gibt es vermutlich einfach nicht …
Eine traurige Medienlandschaft hat sich die Jahre über entwickelt.
PS: Das Video würde ich als Beweis der These sehen, dass verängstigte Leute leichtgläubiger sind und auch unbekannte Fakten ohne Hinterfragen als wahr hinnehmen.